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Felix Erhard Rau

Die Unbekannte (Sonett/Liebeslyrik)

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Empfohlene Beiträge

Die Unbekannte (aus: Ein Babyhase im Winter)

 

 

 

Wer ist’s, die mich aus tiefem Schlaf erweckt?

Sie steht im weißen Schnee so sanft und leise

Und ruht sich aus von ihrer langen Reise

Hat ihre Arme weit hinausgestreckt

 

 

Sie hat ein Herz aus Glas und voll bedeckt

Durch ihrer Reise Schmerz mit frischem Eise

Das durch ihr Lächeln schmilzt auf eine Weise

Dass es mich in der nächsten Nacht noch neckt

 

Sie ist der Sturm, der nimmermüde kreist

Durch meinen wirren, wechselhaften Geist

Das einz‘ge Licht, das strahlt in meine Räume

 

 

Der warme Blick, der mir den Atem bricht

Ein süßes Wort, das einsam zu mir spricht

Sie ist das Wunder längst verlor’ner Träume

 

 

Copyright © 2019 Felix Erhard Rau

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Hallo Felix, herzl. willkommen in der poeten-wg. das ist zwar in der äußeren form ein sonett, aber in der innenarchitektur nicht, da das dialoglische zwischen s1 und s2 nicht vorhanden ist und auch keine conclusio in s4 erkennbar. lg W.

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Hallo Felix,

 

da ist aber jemand schwer verliebt. Ich würde das Sonett eine Anbetung nennen. Hoffentlich gibt es kein böses Erwachen. Nun weiß ich aber nicht, wer die Angebetete ist, vielleicht eine junge Frau, die sich dem lyrischen Ich verweigert, so dass die Assoziation zu einer Eisheiligen sich anbietet. Die Funktion der langen Reise lässt mich aber an meiner Vermutung wiederum zweifeln, es sei denn, die lange Reise gründet sich darauf, dass die geliebte Frau schon mehrere Liebhaber vor dem lyrischen Ich hatte.

 

Was das Technische angeht, so kann ich mich Walther nicht ganz anschließen. Herkömmlicherweise (das italienische Sonett) soll das erste Quartett

die These enthalten und das zweite Quartett die Antithese, während die Terzette die Synthese beinhalten. Die andere Möglichkeit des italienischen Sonetts ist: These in den beiden Quartetten (wie du das gemacht hast) und Antithese in den Terzetten. Letzteres hast du nicht gemacht, dein ganzes Sonett ist eine einzige These.

 

Das ist die Theorie. Aber da manche Lyriker glauben, sie müssten jeden Inhalt in ein Sonett pressen, hat sich mit der Zeit die Sonetterei so abgeflacht, dass im Grunde all diese Theorien Schnee von gestern sind. Allerdings, wer auf sich hält, bevorzugt die Strenge des italienischen Sonetts.

 

Aber zu deinem Sonett gibt es noch etwas zu den Kadenzen zu sagen: Entweder durchgehend männliche Kadenzen oder durchgehend weibliche Kadenzen. Das ist ebenfalls die Theorie. Im deutschen Sonett wird aber die männliche und die weibliche Kadenz gemischt erlaubt. Hast du gemacht, also alles korrekt.

 

Was aber das Sprachliche angeht, so gibt es einiges zu bemerken: Dass der Schnee weiß ist, musst du deinem Leser nicht verklickern. Das liegt auf der Ebene des weißen Schimmels. Zur Conclusio würde ich sagen, sie fasst das gesamte Gedicht in der Anbetungsform zusammen, dagegen ist nichts einzuwenden, wobei ein völlig neuer Gedanke natürlich der Gag wäre. Wobei sich bei mir aber die Frage meldet, seit wann längst verlorne Träume ein Wunder sind. Logischerweise müsste es (inhaltlich) heißen: Ein längst verloren geglaubter Traum wird wahr. Insgesamt habe ich beim Lesen ein wenig den Eindruck gehabt, dass du noch mit dem Ausdruck zu tun hast, du klebst noch zu sehr am Reim, und dadurch wird der Jambus nicht so recht gefällig, wie man es beim Sonett erwartet.

 

Zum Schluss noch ein Tipp: Mit der Andeutung erreicht man im allgemeinen mehr, als wenn man dick und lang und breit das geliebte Subjekt durch 14 Verse anbetet.

 

Angelika

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Hallo Felix!

Sonett hin, Sonett her.......

Ich finde es wunderschön, es strahlt so einen Zauber aus.

Sehr gern gelesen.

Liebe Grüße

Wilde Rose

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Gast
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